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Legasthenie

Im Jahr 1916 wurde der Begriff Legasthenie von dem Neurologen Paul Ranschburg eingeführt. Im Jahr 1928 veröffentlichte er die Monografie "Die Lese- und Schreibstörung des Kindesalters" mit zahlreichen Fallbeschreibungen. Da sich zuerst Mediziner mit dem Phänomen sehr schwerwiegender Lese- und Rechtschreibprobleme bei ansonsten unauffälligen Kindern beschäftigten wurde zuerst nach neurologischen Ursachen gesucht. Vor ungefähr 30 Jahren wurde dieses Konzept von Lehrern und Pädagogen jedoch stark kritisiert und der Begriff der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) eingeführt. Man wollte die betroffenen Kinder mit dem Begriff Legasthenie nicht stigmatisieren, sondern glaubte durch entsprechendes intensives Üben Fortschritte zu erzielen. Als Ursachen sahen Lehrer schlechte Lernbedingungen und psychische Probleme an. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen jedoch die Beteiligung neurologischer und genetischer Faktoren. Legasthenie erkennt man an deutlichen Störungen des Lese- und Schreibprozesses.

Probleme beim Lesen:

  • Auslassungen, Verdrehungen, Stockungen oder Hinzufügen von Buchstaben, Wortteilen und / oder ganzen Wörtern.
  • niedrige Lesegeschwindigkeit.
  • Verlieren der Zeile, Startschwierigkeiten beim Vorlesen
  •  zum Teil Defizite beim Leseverständnis
  • buchstabierendes Lesen, da das Zusammenschleifen von Buchstaben zu Lauten nicht gelingt

 

Beim Schreiben zeigen sich folgende Probleme:

  • Auslassungen, Verdrehungen, Hinzufügungen von hörbaren und nichthörbaren Lauten
  • Verwechslungen ähnlich klingender Laute (wenn hörbar: d/t, g/k, b/p, e/ä, m/n)
  • Räumliche Lageveränderungen von Buchstaben.
  • Zahlreiche Verstöße gegen die Orthografie (Konsonantenverdopplung, Dehnung)

 

Diagnostik

Um festzustellen, ob wirklich eine Legasthenie vorliegt wird ein normierter Rechtschreibtest, ein Lesetest und ein Intelligenztest durchgeführt. Die Ergebnisse werden miteinander verglichen und eine Differenz der T-Werte von mindestens 10 Punkten erwartet.

Gängige Rechtschreibtests sind der WRT, DRT und HSP. Bei den Lesetests dominiert der Züricher Lesetest. Häufig eingesetzte Intelligenztests bei Kindern sind der HAWIK, der KABC und der CFT.

Therapie

Natürlich kann zu Hause geübt werden, doch Eltern sollten sich hier entsprechende Anleitung von einem erfahrenen Therapeuten holen. Eine Therapie für das Kind ist für die meisten unerlässlich, wenn Fortschritte erzielt werden sollen. Die Materialien ähneln üblichen Grundschulmaterialien, werden jedoch exakt auf die Problematik des jeweiligen Kindes zusammengestellt und werden sehr viel intensiver bearbeitet. Trotz meist guter Fortschritte bleibt die Fehlerzahl beim Vorlesen und Schreiben erhöht.